Integrierte Leitstelle Bayreuth/Kulmbach

Luftrettung in Bayern


ADAC - Luftrettungszentrum Bayreuth - Christoph 20

Die Leitstelle Bayreuth ist die hubschrauberf√ľhrende Leitstelle des Rettungshubschraubers (RTH) Christoph 20. Dieser am Luftrettungszentrum Bayreuth stationierte RTH wird seit 1981 von der ADAC Luftrettung mit drei Piloten betrieben und in enger Kooperation mit √Ąrzten des Klinikum Bayreuth und Luftrettungsassistenten (HCM) des BRK Kreisverbandes Bayreuth besetzt. Im bundesweiten Vergleich liegt die Luftrettungsstation Bayreuth allj√§hrlich unter den Top 10 hinsichtlich der Einsatzzahlen. Zuletzt absolvierte der "gelbe Engel" 1775 Eins√§tze in 2009, hiervon 1554 Prim√§reins√§tze. Das bedeutet, dass der Hubschrauber t√§glich im Durchschnintt rund f√ľnf Rettungsfl√ľge in Nordbayern absolviert. Er deckt einen Radius von ca. 60 Kilometer um die Luftrettungsstation Bayreuth ab. Hierin erreicht er jeden Ort in maximal 15 Minuten Flugzeit. Mittels dem Flugverfolgungssystem Rescuetrack (Fa. Convexis) k√∂nnen dem Rettungshubschrauber Christoph 20 von der Leitstelle Bayreuth/Kulmbach Einsatz- und Zielinformationen √ľbermittelt werden. Mit Hilfe des Onlineportals von Rescuetrack kann der Standort aller Rettungshubschrauber mittels GPS-Koordinaten√ľbermittlung auf dem Monitor verfolgt werden.


Bildschirmphoto: Rescue Track Systems (Firma Convexis)


Aufgaben der Luftrettung

Die Luftrettung ist Teil des Gesamtsystems Rettungsdienst, wobei ihr vornehmlich die Funktion einer Erg√§nzung und Unterst√ľtzung der bodengebundenen Rettungsmittel und -kr√§fte zuf√§llt. Aufgaben der Luftrettung sind not√§rztliche Versorgung, Notfalltransport (Prim√§rtransport), sonstige √§rztlich begleitete Transporte (Sekund√§rtransporte) und, soweit dies zur Versorgung lebensbedrohlich Verletzter oder Erkrankter dringend erforderlich ist, auch zeitkritische Transporte von Organen, Blutkonserven, Arzneimitteln und Spezialisten sowie mit einem Rettungseinsatz notwendig verbundene Such- und sonstige Transportfl√ľge (Sonstige Transporte). Luftrettungsmittel sind nicht nur bei der Bew√§ltigung von z. B. Unf√§llen im Stra√üenverkehr eine wertvolle, da schnelle Hilfe f√ľr den Landrettungsdienst. Sie kommen auch bei Notf√§llen in unzug√§nglichen Gebieten wie Waldgrundst√ľcken, in den Bergen oder bei der Rettung von in Gew√§ssern Verungl√ľckten zum Einsatz, denn sie erm√∂glichen die Bergung von Personen durch Seilwinde oder Bergetau aus der Luft.

Dabei arbeiten die Hubschrauberbesatzungen eng mit den Einsatzkräften der
Bergwacht im Bayerischen Roten Kreuz sowie der Wasserwacht im Bayerischen Roten Kreuz und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft zusammen.


Organisationsstruktur der Luftrettung

Das Bayerische Rettungsdienstgesetz i. d. F. der Bek. vom 08.01.1998 hat die Organisationsstruktur der Luftrettung neu geordnet. Vorher gab es Hubschrauber im √∂ffentlichen Luftrettungsdienst und au√üerhalb. Standorte, Leistungsverm√∂gen und Betriebszeiten der Hubschrauber waren nicht abgestimmt. Auch die Einsatzkoordination hat Probleme bereitet. Mit dem Inkrafttreten der BayRDG-Novelle zum 01.01.1998 wurde die Luftrettung auf den √∂ffentlichen Luftrettungsdienst beschr√§nkt. In diesen wurden die acht bestehenden Rettungstransporthubschrauber-Standorte und vier der fr√ľheren Ambulanzhubschrauberstandorte zu einem integrierten Luftrettungssystem zusammengefasst, das sich seither uneingeschr√§nkt bew√§hrt hat. Dieses System wird im Einzelfall unterst√ľtzt durch SAR-Hubschrauber der Bundeswehr, Hubschrauber der Bundespolizei-Fliegerstaffel S√ľd und Hubschrauber der Bayerischen Landespolizei.


Rettungshubschrauberstandorte in Bayern

Der öffentliche Luftrettungsdienst wird in Bayern von acht Rettungstransporthubschraubern (RTH) und vier Intensivtransporthubschraubern (ITH) wahrgenommen. Primärer Einsatzbereich der RTH sind Notfallrettungseinsätze. Sie können im Ausnahmefall aber auch zu Sekundärtransporten herangezogen werden. Der regelmäßige Einsatzbereich ist in der Notfallrettung durch einen Kreis mit einem Radius von 60 Kilometern, der um die RTH-Station am jeweiligen Standort gezogen wird, bestimmt. Die RTH werden von den Rettungsleitstellen bzw. Integrierten Leitstellen, in deren Rettungsdienstbereich sich das jeweilige Luftrettungszentrum befindet, disponiert.

F√ľr Intensivtransporte werden vier Intensivtransporthubschrauber (ITH) vorgehalten. Ihr Einsatzbereich f√ľr Verlegungsfl√ľge erstreckt sich √ľber das gesamte Gebiet des Freistaates Bayern und bei Bedarf auch dar√ľber hinaus. Sie k√∂nnen aber auch zu Notfallrettungseins√§tzen herangezogen werden. Die ITH werden zentral von der Koordinierungsstelle f√ľr Intensivtransporthubschrauber (KITH) bei der Berufsfeuerwehr M√ľnchen eingesetzt.

Die medizinische Besatzung der RTH und ITH besteht aus einem Notarzt und einem Rettungsassistenten. Das auf ITH eingesetzte √§rztliche Personal und nicht√§rztliche Assistenzpersonal verf√ľgt zus√§tzlich √ľber eine intensivmedizinische Qualifikation.

Alle RTH sowie der ITH "Christoph Murnau" sind regelm√§√üig in der Zeit von 7:00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang in Betrieb. Die ITH an den Standorten in M√ľnchen, N√ľrnberg und Regensburg werden im 24-Stunden-Betrieb vorgehalten.


(Quelle: Bayerisches Staatsministerium des Innern)



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