Feueralarm?! Luftalarm?! ABC-Alarm?! Warnung?! ... oder Entwarnung?!


Bildquelle: Wikimedia Commons - E57

Sirenenalarm - Was bedeuten die verschiedenen Signale eigentlich?

Wer beim Stichwort Sirenenalarm noch an einen Luftalarm, ABC-Alarm, an den Warndienst, die ehemaligen Warnämter oder der älteren Generation ebenfalls noch einschlägig bekannte Szenen aus dem Lehrfilm "Beachten der Warnsignale" bzw. H.G. Wells Zeitmaschine aus den 1960er Jahren denkt, findet nachstehend aktuelle Informationen zur Sirenenalarmierung in Deutschland.


Sirenenalarmsignale
1. Feuerwehralarmierung
F√ľr die Alarmierung der Einsatzkr√§fte der Feuerwehren wird bundesweit in der Regel das Feuerwehrsignal ‚Äězweimal unterbrochener Dauerton von 1 Minute‚Äú verwendet. Dieses Sirenensignal richtet sich prim√§r nicht an die Bev√∂lkerung, sondern dient zur Alarmierung der Feuerwehrdienstleistenden durch die Leitstellen.


(Sirenensignal im Zeitverlauf einer Minute)

2. Warnung der Bevölkerung
Anders das Sirenensignal ‚ÄěEinmin√ľtiger Heulton‚Äú, das die Bedeutung hat, ‚ÄěRundfunkger√§t einschalten und auf Durchsagen achten‚Äú. Es richtet sich an die Bev√∂lkerung in Gebieten mit besonderem Gefahrenpotential, ist aber nicht bundesweit vorhanden. Teilweise hat dieses Signal je nach dem √∂rtlichen Gefahrenrisiko auch eine spezielle Bedeutung, z.B. "Sofort T√ľren und Fenster schlie√üen, Aufenthalt im Freien vermeiden, Radio einschalten und auf Durchsagen achten!" (...)


(Sirenensignal im Zeitverlauf einer Minute)

(Quelle: Bevölkerungsschutzportal des Bundesministerium des Innern)


Informationen zum Sirenenalarm in Bayern
Welches Warnsignal wird getestet?
Getestet wird der auf- und abschwellende Heulton von 1 Minute Dauer. Der Heulton soll die Bev√∂lkerung bei schwerwiegenden Gefahren f√ľr die √∂ffentliche Sicherheit veranlassen, ihre Rundfunkger√§te einzuschalten und auf Durchsagen zu achten.

Welche Warnsignale gibt es?
Die wichtigsten sind:
Wozu dient der Probealarm?
Der Probealarm dient dazu, die Funktionsf√§higkeit des Sirenenwarnsystems zu √ľberpr√ľfen und die Bev√∂lkerung auf die Bedeutung des Sirenensignals hinzuweisen.

Wo gibt es in Bayern Sirenen?
Im 25-km-Umkreis um die bayerischen Kernkraftwerke und im Umkreis um die der Störfallverordnung unterliegenden Betriebe mit besonderem Gefahrenpotential. Daneben gibt es flächendeckend noch die "Feuerwehrsirenen".

Wie wird die Bev√∂lkerung gewarnt, wenn keine Sirenen verf√ľgbar sind?
Die Bevölkerung wird dann durch Lautsprecherfahrzeuge oder mobile Sirenenanlagen gewarnt.

Wer verwaltet die Sirenen, wartet sie, und lässt sie aufstellen?
Zuständig sind die Kreisverwaltungsbehörden bzw. die Gemeinden.

Wie wird √ľber den Aufstellungsort einer Sirene entschieden?
Das Ziel ist eine flächendeckende Beschallung im zu versorgenden Bereich.

Was ist beim Aufstellen einer Sirene zu beachten?
Wichtig sind eine fl√§chendeckende Beschallung, Stromversorgung sowie der jederzeitige Zugang zur Anlage und die Zustimmung des Grundst√ľcks- bzw. Geb√§udeeigent√ľmers.

Wie oft werden Sirenen getestet und mit welchem Signal?
"Feuerwehrsirenen" sollen monatlich/zweimonatlich samstags getestet werden. F√ľr die "Katastrophenschutzsirenen" gibt es keinen festen Erprobungsrythmus. Angestrebt ist hier jedoch auch k√ľnftig eine landesweit einheitliche Erprobung ein- bis zweimal pro Jahr.

M√ľssen St√§dte Sirenen aufstellen? Wenn ja, warum?
Jede Feuerwehr - ausgenommen Feuerwehren, deren Alarmierung auf andere Weise sichergestellt ist - muss durch Sirenen alarmiert werden k√∂nnen. Die Aufstellung von "Katastrophenschutzsirenen" erfolgt grunds√§tzlich freiwillig. Im Rahmen der o. g. Umkreise erfolgte die Aufstellung mit staatlichen Zusch√ľssen.

Aus welcher Zeit stammen Sirenen? Was war ihre fr√ľhere Bedeutung, was ist ihre heutige?
Das Alter des Bestands ist unterschiedlich. Im Rahmen der o. g. staatlichen Zuschussprogramme wurden auch zahlreiche Sirenen neu aufgestellt. Der o. g. Alarm zur Verbreitung von Durchsagen bedeutete fr√ľher "Luftalarm". Die Bedeutung des Signals "Alarm bei Feuer oder anderen Notst√§nden" war immer gleich.

Quelle: Bayerischen Staatsministeriums des Innern


Gesetzliche Grundlagen:

In der "Verordnung √ľber √∂ffentliche Schallzeichen" ist festgelegt, welche Schallzeichen f√ľr bestimmte Situationen zu benutzen sind. Das Schallzeichen f√ľr Feueralarm ist in ¬ß 1 geregelt:

§ 1 Alarm bei Feuer oder anderen Notständen
Den Gemeinden, den von ihnen beauftragten Stellen und den Feuerwehren ist es vorbehalten, mit Sirenen folgendes öffentliches Schallzeichen zu geben, um den Alarm bei Feuer und anderen Notständen als Katastrophen auszulösen:

Dreimal einen in der Höhe gleich bleibender  Ton (Dauerton) von je zwölf Sekunden, mit je zwölf Sekunden Pause zwischen den Tönen.

§2 Alarm zur Verbreitung von Durchsagen

(1) Der Polizei, den Katastrophenschutzbeh√∂rden, den kreisangeh√∂rigen Gemeinden, soweit sie nach Art. 2 Abs. 1 Satz 2 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes Aufgaben der Katastrophenschutzbeh√∂rde wahrnehmen, und den von ihnen beauftragten Stellen ist es vorbehalten, mit Sirenen folgendes √∂ffentliche Schallzeichen zu geben, um die Bev√∂lkerung zu veranlassen, anl√§√ülich schwerwiegender Gefahren f√ľr die √∂ffentliche Sicherheit auf Rundfunkdurchsagen zu achten:

Heulton von einer Minute Dauer.

(2) Mit dem Schallzeichen nach Absatz 1 können die zuständigen Behörden auch vor besonderen Gefahren warnen, die der Bevölkerung im Verteidigungsfall drohen.


Bayerisches Feuerwehrgesetz - Art. 24 - Heranziehung von Personen und Sachen

(4) Die Gemeinden k√∂nnen verlangen, da√ü Eigent√ľmer, Besitzer und sonstige Nutzungsberechtigte geeigneter Geb√§ude, Grundst√ľcke und Schiffe das Anbringen von Alarmeinrichtungen und Hinweisschildern f√ľr den abwehrenden Brandschutz und den technischen Hilfsdienst dulden.


Termine f√ľr Sirenenprobealarme
Jeweils ab 11.00 Uhr geplanten Sirenenprobealarme (Stand 26.04.2010). Alle Termine f√ľr Sirenenprobealarme finden Sie auch im Terminkalender der Leitstelle, Quelle BaySTMI.

Beteiligte Gemeinden im Leitstellenbereich Bayreuth/Kulmbach:


Wie funktioniert Sirenenalarmierung und wo hat sie ihre Wurzeln?
Die noch bestehenden Sirenen sind meist elektro-mechanische Sirenen vom Typ E57 nach DIN 41096. Unter dem pilzhutförmigen Sirenen-Schutzdach befindet sich ein 5kW-Drehstrommotor 230/400 Volt, der ein schaufelradähnliches Laufrad antreibt. Der in der Sirene entstehende Luftstrom erzeugt so einen Lautstarken Ton (420 Hz).

Die H√∂rweite im Freien betr√§gt ca. 6 km, gegen den Wind ca. 3 km. Zum √ľberwiegenden Teil handelt es sich bei den Sirenen um ehemalige Zivilschutzsirenen des Bundes. Sie wurden in den 50er Jahren aufgebaut, um die Bev√∂lkerung in Katastrophen- und Krisensituationen bzw. im Verteidigungsfall zu warnen. Die Ansteuerungen hierzu erfolgte bis in die 1990er Jahre drahtgebunden √ľber Postleitungen durch das zust√§ndige "Warnamt", das den jeweiligen Bezirksregierungen unterstellt und Bestandteil des Warndienstes im erweiterten Katastrophenschutz war. F√ľr den jetzigen Leitstellenbereich Bayreuth/Kulmbach war bis zu dessen Schlie√üung das Warnamt IX. in Ansbach-Claffheim zust√§ndig.

In der Anfangszeit war die Alarmierung der freiwilligen Feuerwehren nur √ľber die am Sirenenstandort angeschlossenen Handdruckmelder ("Feuermelder") m√∂glich. In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die fernwirksame Funkalarmierung im 4m-Band BOS Funk mittels 5-Ton Folge (nach ZVEI-Standard) und Sirenensteuerger√§t eingef√ľhrt. Mit Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle wird diese die gesetzliche Funktion der alarmausl√∂senden Stelle von den bisher vorhandenen Strukturen bei Polizei und Feuerwehr √ľbernehmen.


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