Auch der Notarzt kommt wieder mit Allrad
Neues Einsatzfahrzeug für den Standort Bayreuth
Mittwoch, 07. Juli 2010 um 00:00 Uhr
Der Rettungsdienst des BRK-Kreisverbandes Bayreuth hat jetzt ein neues Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) in Dienst gestellt. Bei dem Audi Q5 handelt es sich um ein Allradfahrzeug. Somit steht dem
Notarztdienst in Bayreuth seit sieben Jahren wieder ein geländegängiges Fahrzeug zur Verfügung. In Sachen Ausstattung bringt es viele Vorteile mit sich.
Nach sieben Jahren im Dienst wurde vor wenigen Wochen das alte Einsatzfahrzeug aufgrund der Fahrleistung von über 200.000 Kilometern ausgesondert. Die Nachfolge tritt
nun ein modernes Fahrzeug mit Allradantrieb an. Die Vorteile des neuen Audi Q5 liegen auf der Hand. Einerseits verfügt das Fahrzeug über eine bessere Innenausstattung nach neuesten Richtlinien,
zum anderen sitzt der Fahrer des NEF höher und hat so den Verkehr besser im Blick. Statistisch gesehen ist das Unfallrisiko unter Verwendung von Blaulicht und Martinshorn achtmal höher als bei
einer normalen Autofahrt. „In dem größeren Fahrzeug hat man nicht nur einen besseren Überblick, man wird auch schneller von anderen Verkehrsteilnehmern wahr genommen“, sagte der
Leiter des Rettungsdienstes, Dietmar Kasel, bei einer kleinen Übergabe am Mittwoch. „Zudem haben wir nicht selten Einsätze in der Fränkischen Schweiz oder dem Fichtelgebirge, was den
Allradantrieb erforderlich macht. Nachdem das Fahrzeug nur unwesentlich teuerer war als ein vergleichbarer Kombi, haben wir uns für die Anschaffung dieses Fahrzeuges entschieden“, so Kasel
weiter. Das Fahrzeug ist bereits seit Ende April ausgeliefert und befand sich fast zwei Monate zum Innenausbau bei einer Spezialfirma in Ilmenau. Die Anschaffungs- und Ausbaukosten werden auf
rund 60.000 Euro beziffert.
Das Fahrzeug ist, wie der Vorgänger auch, überwiegend am Klinikum Bayreuth stationiert. Dort übernimmt der Fahrer, welcher vom BRK-Rettungsdienst gestellt wird, im Einsatzfall den Notarzt und
rückt aus. Im so genannten Rendezvous-Verfahren trifft sich das NEF am Einsatzort mit dem Rettungstransportwagen. Täglich rückt das NEF im Schnitt bis zu sieben Mal aus. Die häufigsten Ursachen
sind hierbei nach Angaben des stellvertretenden Chefarztes des BRK-Kreisverbandes Bayreuth, Dr. Stefan Eigl, akute Herz- und Kreislaufprobleme. Oft werden die Einsatzkräfte auch mit sozialen
Problemen, wie Alkoholmissbrauch konfrontiert. Schwere Verletzungen nach Verkehrsunfällen seien dagegen rückläufig. Grund hierfür dürfte wohl die bessere Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge
sein. Eine Bitte richtet Notarzt Eigl an die Bevölkerung. Es sei unerlässlich, beim Absetzen des Notrufes genaue Angaben zu Unglücksort und –hergang zu machen und sich bei Eintreffen des
Rettungsdienstes bemerkbar zu machen. Dies spare wertvolle Zeit, so Eigl, die am besten durch Erste-Hilfe-Maßnahmen überbrückt werden sollte. Ein positives Beispiel durfte der Rettungsdienst vor
wenigen Wochen in Bayreuth erleben. Ein Mann hatte einen Erstickungsanfall durch einen Fremdkörper erlitten. Die Angehörige entfernte den Fremdkörper beherzt und bewahrte ihren Verwandten so vor
gesundheitlichem Schaden und dem Tod.


Foto: Freuen sich über das moderne und sicherere Allradfahrzeug: Von links:
Dr.Stefan Eigl (stv. Chefarzt des BRK-Kreisverbandes Bayreuth), Oberarzt Dr.
Christian Birnmeyer (Koordinator für den Notarztdienst in Bayreuth), Dietmar Kasel (Leiter des Rettungsdienstes) und Rettungssanitäter Roland Forstner vom BRK.
Dr.Stefan Eigl (stv. Chefarzt des BRK-Kreisverbandes Bayreuth), Oberarzt Dr.
Christian Birnmeyer (Koordinator für den Notarztdienst in Bayreuth), Dietmar Kasel (Leiter des Rettungsdienstes) und Rettungssanitäter Roland Forstner vom BRK.
Hintergrund:
Der Notarztdienst in Bayreuth wird mit der Ausnahme einiger selbst fahrenden Notärzte von Ärzten des Klinikums Bayreuth neben dem Klinikalltag in der Freizeit sichergestellt. Zum Einsatz
kommen Chirurgen, Internisten und Anästhesisten, die sich im laufe eines Monats abwechseln. Um am Notarztdienst teilnehmen zu können, muss der Mediziner eine zweijährige klinische Tätigkeit mit
Bezug zur Akutmedizin nachweisen und nach einer Fortbildung nach Richtlinien der Landesärztekammer den Fachkundenachweis Rettungsdienst erreichen. Unter Begleitung eines erfahrenen Notarztes
werden die künftigen Notärzte unter Anleitung auf ihren Einsatz vorbereitet. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang wird der so genannte bodengebundene Notarzt von der Luftrettung, teilweise auch im
Stadtgebiet, unterstützt. Im Bereich der Rettungsleitstelle Bayreuth gibt es in Pegnitz, Stadtsteinach und Kulmbach die nächsten Notarztstandorte.














