BRK Bereitschaft Neuenmarkt begeht ihr 100jähriges Jubiläum

Donnerstag, 01. Juli 2010 um 08:00 Uhr

Die sehr engagierte Bereitschaft hatte dabei gleich mehrere Gründe zum Feiern: Zum einen den 100. Geburtstag, 40 Jahre Zusammenlegung des Sanitätszuges Neunemarkt mit der Kolonne Wirsberg, 5 Jahre Förderverein für die Bereitschaft Neuenmarkt-Wirsberg und die in Dienststellung des neuen „Helfer vor Ort“ Fahrzeuges.

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BRK-Kreisvorsitzender und Landrat Klaus Peter Söllner hielt das große Fest keineswegs für selbstverständlich: „Ihr habt aber damit  dokumentiert, dass ihr stark und unverzichtbar seid und wir brauchen solche Feste und öffentlichwirksamen Auftritte im Ehrenamt.“ Während eines Festgottesdienstes nahmen Gemeindereferent Peter Wilm und Pfarrer Ulrich Böhm die Weihe und Segnung des neuen „HvO“-Fahrzeuges vor. Der ökumenische Festgottesdienst wurde vom Posaunenchor Neuenmarkt und der Chorgemeinschaft Neuenmarkt-Hegnabrunn musikalisch umrahmt.
 
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In seiner Festpredigt wies Pfarrer Ulrich Böhm auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter hin und verglich diesen mit dem Gründer des Roten Kreuzes, Henry Dunant. Der Dienst des Roten Kreuzes ist unerhört wichtig und Pfarrer Böhm habe die Werke der Barmherzigkeit bei dem Großbrand der Pizzeria in Neuen-markt hautnah miterlebt. Er sprach von einem beeindruckenden Dienst, der nunmehr schon seit 100 Jahren von der Bereitschaft geleistet werde. BRK-Bereitschaftsleiter Detlef Fischer erinnerte zunächst an die Gründung des Roten Kreuzes durch den 31 Jahre alten Genfer Bürger Henry Dunant. Es dauerte aber noch fast 50 Jahre bis es am 23.04.1910 in Neuenmarkt-Wirsberg zur Gründung einer Sanitätskolonne kam. Die Chronik der BRK-Bereitschaft trugen dann mit Nicole Kastner und Alexandra Fischer zwei junge Sanitäterinnen der Bereitschaft vor.

Im Anschluss an den Festgottesdienst wurde auch das neue „Helfer vor Ort“ Fahrzeug seiner Bestimmung übergeben. BRK-Bereitschaftsleiter Detlef Fischer führte dazu aus: „Als wir 1999 mit unseren Privat-Fahrzeugen, mit einem Notfallkoffer, einem Sauerstoffkoffer und ohne Blaulicht diesen Dienst begannen, hätten wir es uns niemals träumen lassen, dass wir elf Jahre später fast 200 Einsätze im Jahr fahren und so ein tolles Einsatzfahrzeug bekommen.“ Dies wurde aber nur durch die Unterstützung Vieler möglich. So wurde man von den beiden Gemeinden Neuenmarkt und Wirsberg, von den Nachbargemeinden Himmelkron und Trebgast, von der Kulmbacher Bank, dem BRK Kreisverband Kulmbach, dem Förderverein, der Firma Kneitz und ganz besonders von Jutta und Matthias Förster vom Autohaus Förster unterstützt. Fischer dankte allen Spendern, die mit zur Anschaffung und zum Aussehen des Fahrzeuges beigetragen haben und würdigte auch die Bereitschaft vieler Freunde und Gönner, die in den zurückliegenden Jahren die BRK-Bereitschaft immer wieder unterstützten. Besonderer Dank gilt der BRK Funkwerkstatt Nord in Nürnberg für die Unterstützung bei den Funeinbauten des Fahrzeuges.

BRK-Kreisvorsitzender Klaus Peter Söllner stellte fest, dass man im Kreisverband sehr stark aufgestellt sei: „Das Bayerische Rote Kreuz hat in den letzten Jahren im Bereich unseres Kreisverbandes sehr viel geleistet und darauf können wir auch stolz sein.“ Söllner dankte dabei allen Akteuren, die sehr viel auf den Weg brachten. Die Wurzeln des BRK liegen im Ehrenamt: „Wir präsentieren uns im Ehrenamt und die Be-reitschaften werden auch von den Bevölkerungen wahrgenommen. Es ist Aufgabe des Bayerischen Roten Kreuzes, des Kreisverbandes, das Ehrenamt noch stärker als bisher in den Mittelpunkt zu richten.“ Söllner dankte hier besonders dem örtlichen Bereitschaftsleiter Detlef Fischer, der stets mit seiner tüchtigen Bereitschaft vorausging. Auch in Bezug auf Schutz und Sicherheit können vor allem die beiden Gemeinden Neuenmarkt und Wirsberg stolz darauf sein, was die Bereitschaft bisher geleistet hat. Landrat Klaus Peter Söllner zum „Helfer vor Ort“ mit seinen jährlich rund 200 Einsätzen: „Das sind Einsatzzahlen, die hätte man sich, als das Instrument eingeführt wurde, überhaupt nicht für realistisch erklären können. Mehr als an jedem zweiten Tag seid ihr gefordert. Es zeigt, welche Struktur durch den „Helfer vor Ort“ abgedeckt wird und es zeigt auch, dass die Einführung richtig war. Das war auch eine Belebung des Ehrenamts.“ Deshalb war auch das neue Fahrzeug dringend notwendig und Söllner dankte in seiner Eigenschaft als BRK-Kreisvorsitzender der BRK-Bereitschaft für die Initiative, das Fahrzeug auf den Weg zu bringen.

Bürgermeister Siegfried Decker, der auch die Glückwünsche für seinen Amtskollegen Hermann Anselstetter aus Wirsberg überbrachte, verwies darauf, dass das Abenteuer „Menschlichkeit“ vor 100 Jahren in der Bereitschaft Neuenmarkt-Wirsberg begann. Seitdem gibt es in den beiden Gemeinden immer wieder Menschen, die ehrenamtlich und freiwillig helfen. Decker zeigte das vielfältige Aufgabenspektrum der BRK-Bereitschaft Neuenmarkt-Wirsberg auf, die er als einen modernen und kompetenten Sozialdienst-leister bezeichnete.

Die Reihe der Grußworte eröffnete MdL Inge Aures, die auch für die SPD-Kreistagsfraktion sprach und ein Geldgeschenk überreichte. Aures: „Ich würde mir wünsche, dass der Freistaat mehr Mittel in die ehrenamtliche Arbeit investiert.“ Für die örtlichen Vereine (VdK, Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein, ESV, SPD und CSU) überreichte Gemeinderat Wolfgang Hörath Geldgeschenke. Weitere Glückwünsche und Ge-schenke übermitttelten Michael Butz für die Patenschaft aus Ebersdorf, Ralf Beutner für den AWO-Orts-verband Neuenmarkt, Gilbert Ringsdorf für die SPD Wirsberg, Dieter Eschenbacher für die Feuerwehren von Neuenmarkt, Hegnabrunn, See und Schlömen, Günther Schmidt für die DLRG-Ortsgruppe Wirsberg sowie Gerlinde Walther für die Chorgemeinschaft Neuenmarkt-Hegnabrunn.

Kreisbereitschaftsleiter Reinhard Heer hob die ständige Bereitschaft zur Aus- und Weiterbildung hervor. 100 Jahre BRK-Bereitschaft Neuenmarkt-Wirsberg bedeuten auch 100 Jahre gelebte Nächstenliebe, so Heer.

Text: Werner Reissaus



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